Protestkundgebung von entlassenen Lohnarbeiterinnen und Lohnarbeitern des Amadeus Hostels


Unter dem Motto: „Für Euch ist es Urlaub, für uns ist es Ausbeutung!“ fand am 15.02.2014 eine Kundgebung vor dem Amadeus Hostel in der Brunnenstraße 70, 13355 Berlin statt. Die Kundgebung wurde von einer Gruppe gefeuerter, überwiegend englischsprachiger Angestellten des Amadeus Hostels initiiert, die u.a. von der Berliner Erwerbsloseninitiative Basta! unterstützt wurde. Außerdem beteiligten sich an der Protestaktion die Berliner FAU, DIE LINKE sowie unsere Berliner IWW-Ortsgruppe.


Wie die Betroffenen sagten, wurden sie gefeuert, weil sie nicht mehr länger bereit sind, zu sittenwidrigen Hungerlöhnen (zwischen 0,65 € / h und 4,50 € / h) bei Arbeitszeiten bis zu 12 Stunden und ohne Arbeitsverträge zu schuften. Wie die betroffenen KollegInnen und Kollegen weiter erzählten, waren sie dazu angehalten, Menschen aus Bulgarien, Rumänien und Israel den Zutritt zum Hostel zu verweigern.

Weil sich diese ehemaligen Mitarbeiter und MitarbeiterInnen des Amadeus Hostels gegen solche rassistischen Vorgaben wehrten und sich diese miserablen Arbeitsbedingungen nicht länger gefallen lassen wollten, wurden sie kurzerhand von einem Tag auf den anderen entlassen. Da sie gefeuert wurden, verweigert das Job Center ALG II, so dass die entlassenen KollegInnen und Kollegen in ihrer Existenz durch Wohnungs- und Erwerbslosigkeit bedroht sind. Die betroffenen KollegInnen und Kollegen wollen das nicht hinnehmen und fordern:

- Löhne zum Leben
- uneingeschränkten Zugang zu Sozialleistungen
- Wohnraum für alle

Bei der Aktion wurde mit Redebeiträgen über die aktuelle Situation informiert und der Eingang des Hostels mit einem Transparent versperrt, welches zum Boykott des Amadeus Hostels aufrief. Ein anschließender Rundgang durch das Hostel, welches offen stand, offenbarte einen erbärmlichen und verranzten Zustand, was der Arbeitssituation der dortigen ArbeitskollegInnen und Arbeitskollegen entspricht. Nachdem aus einem Fenster ein Transparent „Ohne Arbeitsvertrag gearbeitet, ohne Geld gefeuert – Geld her!“ gehalten wurde, ging die Kundgebung mit einem Erfahrungsaustausch der Beteiligten langsam zu Ende.

Wir, die Ortsgruppe Berlin der IWW, bekunden uneingeschränkte Solidarität mit allen KollegInnen und Kollegen aus der Hostel- und Hotelbranche, die miesen Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind. Wir unterstützen ihren Arbeitskampf gegen zunehmende unverfrorene Ausbeutung in einem reichen Land wie Deutschland. Lasst uns gemeinsam solche Zustände wie im Amadeus Hostel in die Öffentlichkeit tragen und gemeinsam gegen Ausbeutung, Lohndumping und Armut kämpfen! Nur zusammen können wir unser Recht durchsetzen.

Boykottiert das Amadeus Hostel!