Solidaritätskundgebung für belgische Ford-KollegInnen


Am 19.2. fand eine Solidaritätskundgebung für die belgischen Ford-KollegInnen aus Genk vor der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens in Berlin statt. Mit ihren deutschen KollegInnen hatten sie im November 2012 vor der Europazentrale in Köln gegen die Schließung ihres Standortes mit Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen demonstriert und danach Strafbefehle wegen „schwerem Landfriedensbruch“ erhalten. Die Solidaritätskundgebung wurde von einem Bündnis aus dem Klassenkampfblock Berlin, dem Netzwerk IT und der IWW-Ortsgruppe Berlin getragen. Dabei wurde eine Protesterklärung verlesen, die anschließend in der Landesvertretung übergeben wurde. In ihr wurde die Einstellung aller juristischen Verfahren durch politische Einflussnahme der EntscheidungsträgerInnen (insbesondere des Justizministers Kutschaty) auf die zuständige Staatsanwaltschaft gefordert.

Des weiteren wurde eine Grußbotschaft von Gaby Colebunders, Arbeiter und Gewerkschaftsvertrauensmann von Ford Genk, verlesen, in der er ausführte: „Bestraft werden sollen ich und meine Kollegen – gemeint sind wir alle. Das wahre Verbrechen ist die Werkschließung und die Vernichtung von Arbeitsplätzen. Und wir lassen uns nicht vorschreiben, wie wir um unsere Arbeitsplätze zu kämpfen haben. Die Aktion am 7.11. 2012 in Köln war ein wichtiges Signal, wie wir uns international gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlage wehren können. Wir fordern den Freispruch aller Beschuldigten.“
Schließlich wurde in einem Redebeitrag der IWW-Ortsgruppe Berlin zur Solidarität mit den Belgischen Ford-KollegInnen aufgerufen und ebenfalls die Einstellung aller Verfahren gefordert:
„Als Ortsgruppe Berlin der Basisgewerkschaft IWW unterstützen wir den Protest und Widerstand der belgischen Ford-KollegInnen gegen die Schließung ihres Werks in Genk in jeder Hinsicht. Es geht um 10.000 Arbeitsplätze und die Existenz der KollegInnen! Daher ist ihr konsequenter Protest mehr als berechtigt…
Die großen Konzerne und Banken machen die ganze Welt zu ihrer „Spielwiese“ und uns Lohnabhängige immer mehr zum Spielball ihrer Interessen, versuchen uns zu spalten. Das gelingt so lange, wie wir das mit uns machen lassen und keine grenzüberschreitende, praktische Solidarität entwickeln. Die darf dann natürlich nicht beim Protest stehen bleiben, sondern muss sich in Widerstand verwandeln. Und die wirksamste Waffe gegen Lohndumping, miese Arbeitsbedingungen und Entlassungen in Zeiten der kapitalistischen Globalisierung ist auch ein grenzübergreifender, gemeinsamer Streik aller Beschäftigten eines Konzerns. Statt Standortegoismus und Standortnationalismus nach dem Motto „jeder ist sich selbst der nächste“ muss heute mehr denn je ins Bewusstsein dringen: „Nur durch gemeinsame Aktion sind wir stark und können überleben!“…
Die belgischen Ford-KollegInnen haben es uns vorgemacht, dass es auch anders geht. In diesem Sinn gehört ihnen unsere ganze Solidarität, denn: „Ein Angriff auf eine(n) ist ein Angriff auf alle“!“

Wir werden im Anschluss an die Solikundgebung nicht nur auf eine Antwort seitens der Verantwortlichen warten, sondern an der Sache dran bleiben und nicht locker lassen!